Wenn es wieder mal anders kommt

Es ist schon mal so anders gekommen, dass ich das falsch gepostet habe… Deshalb noch mal hier:

Also dieses Wochenende habe ich drei Dinge geplant: mein Kind zu einer Party bringen, eine Freundin beherbergen und eine dritte Bekannte treffen. Was habe ich davon gemacht? Nix.

Was läuft verkehrt?

Irgendwie war der Wurm drin: Weder aus Berlin noch Spanien noch Horgen konnte man zu seinen ursprünglichen Zielen aufbrechen. Warum?

Es ist unwahrscheinlich, dass es wie in den Highschool-Filmen war (kennt ihr noch Beverly Hills 90210?): alle sagen ab und treffen sich ohne Streberin heimlich auf einer wilden Party.

Vermutlich waren es irgendwelche gewöhnlichen Bazillen, die sich zufälliger Weise in meine Planung geschlichen hatten.

Obwohl es weder Verschwörung noch Absicht war, ich war genervt. Plötzlich war ich aus meinem Takt geworfen.

„Lange Reden – gar kein Sinn?“

Erstaunlich ist, wieviel Zeit man damit verbringt, irgendetwas zu planen: unzählige Nachrichten und Anrufe, um Ort und Zeit genau festzulegen. Wie schnell ist dann die ganze schöne Arbeit umsonst: ein einziger Text und alles war vergeblich.

Sollte man das Planen aufgeben und einfach in den Tag hineinleben? Möglicherweise ist das eine gute Sache. Viele Weise und Heilige preisen das als Weg zum Glück. Leider bin ich nicht sehr Zen, und deshalb kommt das bei mir nicht in Frage. Was könnte ich da alles verpassen?

Sollte man sich einfach mit Alternativen absichern? Aus Erfahrung weiss ich, dass es nicht schlau ist, zwei Dinge parallel zu planen, denn die werden seltsamer Weise fast nie abgesagt. Ruckzuck steckt man dann in einer heiklen Zwickmühle.

Perspektivwechsel

Da war ich nun, enttäuscht und genervt und habe als Übersprungshandlung sogar Knöpfe angenäht. Dabei habe ich ein bisschen Hörbuch gehört und plötzlich hat mir die Ruhe eines langsamen Wochenendes auch irgendwie gefallen.

Über all den Plänen vergisst man bisweilen, dass man das Leben nicht immer kontrollieren kann. Aber was man immer machen kann, ist seine Einstellung anzupassen. Nicht jammern und das Beste daraus machen.

Vielleicht muss man die Planung selbst als freundschaftlichen Austausch betrachten? Ich signalisiere: „Ich bin grundsätzlich bereit, dich zu sehen, mein Haus zu putzen und den Staub vom Gästekissen zu schütteln.“ Und du sagst, „ich bereit, eine lange Reise zu unternehmen und einige Stunden in deiner Gegenwart zu verbringen“.

Womöglich ist das einfach schon mal genug?

Erkenntnisgewinn

Mitunter hat man dank all der Absagen plötzlich Zeit hat in seinem Tag für spontane Zusagen an Dritte. Immerhin hat man schon mal sauber gemacht… Das schafft Raum für Überraschungen.

Oder, wie heute, während das Kind auf dem Sofa hustet und schnieft, kann man seinen Blog schreiben und sich plötzlich bewusst werden „Wenigstens ist nichts wirklich Schlimmes passiert. Es war einfach nur eine kleine Änderung im Kalender!“

So lernt man vielleicht ein bisschen Demut: ärger dich nicht, wenn Pläne platzen. Freue dich lieber richtig, wenn sie tatsächlich funktionieren.

So plane ich das fest für das nächste Mal…

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