Ihr kennt das: man sollte etwas tun, macht es aber nicht gleich. Und wie ein Wunder erledigt sich die Aufgabe trotz qualvollen Abwartens einfach nicht von alleine! Unbeachtet, ungeliebt, verdrängt: ausdauernd und zäh bleibt das Unerledigte an meiner Seite. Zu viel der falschen Anhänglichkeit kann sehr lästig sein! Was tun?
Besonders die Dinge, die man „schon lange einmal machen wollen sollte“ oder „hätte tun müssen“ haben eine merkwürdige Qualität: sie kleben auf der Arbeitsliste wie Kaugummi an der Schuhsohle. Ein großes Ärgernis des Lebens, mühsam loszuwerden und oft sogar einfach nur klein und unansehnlich.
Wie konnte es so weit kommen?
Wenn man sie jemals erledigt, fragt man sich oft, wie es so weit kommen konnte. Eigentlich war es gar nicht schlimm, hätte man schon viel früher machen können. Aber ebenso wie besagter Kaugummi, werden sie immer abschreckender und unmöglicher anzupacken, je länger sie an einem hängen.
Denn neben dem ersten Ekelfaktor Kaugummi hat sich nun noch der Strassendreck des schlechten Gewissens angesammelt.
Wer davon keine Beispiele kennt, ist bestimmt ein schrecklicher Zeitgenosse: die Geburtstagskarte, die nie abgeschickt wurde. Der Anruf, der schon lange mal ansteht. Die Abrechnung, die man nie angeschaut hat. Das verlorene Passwort zum Onlineportal der Schule. Die Liste wird länger, je mehr man darüber nachdenkt…
Und warum schreibe ich jetzt darüber? Weil ich nämlich merke, wie sich ein solcher Klumpen an meinen Fuss hängen will: jetzt habe ich diesen Blog und ein bisschen läuft er. Und immer mal wieder finde ich auch etwas heraus, wie ich etwa die Kommentarfunktion freischalte. Aber es sind nur noch 73 weitere Fragen ungeklärt. Nur habe ich gerade einfach keinen Nerv mehr und möchte einfach nur ein kleines Päuschen einlegen. „Morgen kann ich das ja auch noch machen.“
Aber ich weiss schon auch, wenn ich dann das nächste Mal dran denke, sind es schon Wochen, dass ich es nicht gemacht habe. Und dann schäme ich mich.
Was tun?
Natürlich kann man es sich einfach immer dick rot und anklagend auf der To-Do-Liste unterstreichen oder gar das Netflix-Passwort ändern, bis man es erledigt hat.
Aber was einem manchmal auch hilft, ist ein guter Freund, der sagt: ich stell mich daneben, wenn du den Klumpen vom Schuh kratzt. Dann setzt du dich zu mir, während ich versuche, meine Karte wieder freizuschalten. Denn irgendwie braucht man manchmal einfach nur freundliche Hand, die einen ein bisschen bei der Stange hält.
Denn das ist dann wieder die genau richtige Art der Anhänglichkeit!




Hinterlasse einen Kommentar