Ihr kennt das: die Sonne scheint, wir sind auf dem Spielplatz und das Kind auf der Schaukel will einfach nicht runter. Die Schlange vorm Spielgerät ist schon ewig lang und es fliegen böse Worte. Alle Ermahnungen und Drohungen verhallen jedoch ungehört. Es ist einfach zu wunderbar, so richtig im Schwung zu sein!
Und warum wollen die Kleinen einfach nicht aufhören?
Weil sie nämlich schon wissen, dass es gar nicht so einfach ist, den richtigen Schwung zu kriegen!
Nur nicht aus dem Schwung kommen
So ist es auch außerhalb des Sandplatzes: man macht etwas Schönes und hat dabei so viel Freude, dass man sich gar nicht vorstellen kann, damit jemals aufzuhören. Man jubiliert: „Morgen, gleich morgen, mach ich das wieder!“ Aber dann am nächsten Tag muss erst noch kurz dieses und jenes erledigen und bevor man sich umsieht, weiss man gar nicht mehr, wie man eigentlich wieder damit anfangen kann. Wie kommt man wieder in Schwung?
Schlaue Menschen raten ja immer zur Methode der kleinen Schritte. Vielleicht einfach erstmal Schuhe anziehen. Dann könnten man als nächstes in Richtung Spielplatz schlendern.
Also schalte ich erstmal meinen Computer an und surfe ein wenig, um mich abzulenken. Dann logge ich mich hier ein. Es hilft, dass ich hier heute Morgen einen netten Kommentar gelesen habe. Der ermutigt mich, es noch einmal auf der Schaukel zu versuchen.
Einfach mal nur raufsetzen und vorsichtig mit den Zehen wackeln
Der innere Schweinehund mag keine Schaukeln. Er mag es gerne gemütlich und drückt sich lieber vor dem Anruf beim Kunden, vorm Bodenwischen, vorm Sport oder der Steuererklärung. Aber er ist es dann, der es am meisten geniesst, wenn die Pfoten durch die Luft fliegen und das Dasein schwerelos erscheint.
Um ihn von der Bank zu locken, muss man ihn daran erinnern, wie es ist, wenn die Ohren im Wind flattern, die Sonne flimmert und der Magen kleine Saltos schlägt. Man muss sein Gedächtnis trainieren: damit er sich nicht so schwer macht!
Vorsichtiger Abschwung
Manchmal schaukelt einen das Leben auch so richtig durch, ohne dass man selbst anstößt. Da hat man genug damit zu tun, sich einfach nur festzuhalten und nicht wegzufliegen. Da kann man versuchen, das Tempo mit den Füßen zu drosseln oder gar abzuspringen.
Und irgendwie ist es auch gut, dass man irgendwann wieder von der Schaukel klettert. Immer nur schwingen macht einen auch schwindelig.
Dann mal los!
Aber manchmal muss man einfach. Der mühsame Aufschwung macht den richtigen Schwung erst richtig erstrebenswert und kostbar. Deshalb kräftig abstoßen und los!




Hinterlasse einen Kommentar